Antwort

Funktionelle Erkrankungen der Kiefergelenke

Funktionsstörungen des Kauorgans als Ursache chronischer Schmerzen.
Viele Patienten nahezu jeder Altersstufe leiden unter chronischen Schmerzen wie Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Rückenleiden. Nicht selten ist
die eigentliche Ursache ein „falscher Biss“.

Bisher hat man mir gesagt, die Ursachen meiner dauernden Schmerzen sind psychisch. Ich bin zur Psychotherapie geschickt worden, ohne Erfolg. Mit Behandlung des Bisses waren die Beschwerden weg

Was sind Funktionsstörungen? Was sind die Frühsymptome?

Wenn im sogenannten Kauorgan verschiedene Konstruktionsparameter nicht mehr erfüllt sind, können sich Störungen ergeben, die sich mit folgenden Erscheinungen äußern können:

  • Kopfschmerz

  • Nackenverspannung

  • HWS - Syndrom

  • Rückenschmerz

  • Gesichtsschmerz

  • Ohrenschmerzen

  • Ohrgeräusche / Drehschwindel

  • Heiserkeit

  • Parodontitis, vertikale Knocheneinbrüche

  • Frontbogenauffächerung

  • Empfindliche Zahnhälse

  • Keilförmige Defekte

  • Kiefergelenk-Knacken

  • Kiefergelenk - Blockade

  • Bruxismus

  • Abrasionen

Nicht jeder Patient hat alle Symptome, aber nahezu alle Patienten haben eine übermäßige Muskelanspannung.

Selbsttest: Haben Sie dieses Knacken?

  1. Öffnen Sie Ihren Mund
 (maximal und behutsam) - es knackt beim Öffnen?

  2. Schließen Sie ihren Mund - es knackt beim Öffnen?

  3. Öffnen Sie Ihren Mund
 (maximal und behutsam? - es knackt beim Öffnen? 

  4. Schließen Sie Ihren Mund mit einer leichten Bewegung nach vorne und
 suchen Sie Kontakt mit den Schneidekanten der Schneidezähne.
 - es knackt nun nicht mehr beim Schließen?

  5. Prägen Sie sich diese Position der Zahnreihen zueinander ein und öffnen 
und schließen Sie Ihren Mund aus dieser Position in diese Position - es knackt nicht mehr beim Öffnen und nicht mehr beim Schließen?

  6. Wenn Sie diese Bewegungen ohne Gelenkknacken ausführen könne, haben
 Sie wahrscheinlich diese Form des Gelenkknackens

  7. Führen Sie den Selbsttest durch und wenden Sie sich an einen 
 Spezialisten, d. h. einen Zahnarzt mit funktioneller Zusatzausbildung

Funktionsstörung des Kiefergelenks mit Kiefergelenkknacken

Das erste Knackgeräusch wird beim Öffnen des Unterkiefers durch die aufspringende Gelenkscheibe verursacht, das zweite Knackgeräusch wird beim Schließen des Unterkiefers durch die abspringende Gelenkscheibe verursacht. Zahnärzte sind immer aufgefordert gelenkbezogen zu arbeiten. Zuerst muss der Zahnarzt das Kiefergelenk zentrieren und erst dann die Zähne passend gestalten. Es ist logisch, alle Bewegungen des Kauorgans am Ausgangspunkt der Bewegung zu betrachten.

Für welche Aufgaben braucht der Mensch seine Zähne

und sein Kauorgan?

Zentrale Fragen: Ist das Kauorgan für diese Anforderungen geeignet oder
muss etwas verbessert werden? 

Zu den wichtigen Funktionen und Aufgaben des sog. Kauorgans gehören:

  1. Sprechen und Kommunikation: 20 % aller Sprechstörungen verschwinden nach dem „Richten“ der Zähne.

  2. Haltung (Orthostatik) bzgl. Kopfgelenke und Halswirbelsäule: 50 % der Patienten mit Nackenverspannungen (jeder zweite) haben ursächlich einen falschen Biss

  3. Erscheinung und Ästhetik: Zähne in physiologischer Dimension gehören ins Gesicht wie die Nase.

  4. Stressverarbeitung und Stressabbau: Kinder und Erwachsene verarbeiten ihre emotionalen Eindrücke mit den Zähnen. Das ist für diese Menschen Normalfunktion. „Sich an etwas festbeißen“ und „Zähneknirschend auf etwas zugehen“ Das ist für uns Menschen eine Normalfunktion

  5. Kauen: Eindeutig in dieser Liste an unterster Stelle, macht aber mit Zähnen und einem richtigen Biss mehr Spaß und Freude

Welche Patienten sind von einer Funktionelle Erkrankungen
der Kiefergelenke betroffen? 

  • 70-80 % der Patienten haben Funktionsstörungen

  • 67 % der Patienten mit Lückengebissen haben subjektive Störungen

  • 90 % der Patienten haben objektivierbare Beschwerden und Symptome einer Funktionsstörungen

  • 88 % der Patienten mit herausnehmbarem Teilersatz haben objektivierbare Symptome einer Muskelgelenkerkrankung

  • 98 % der Totalprothesenträger sind funktionsgestört

  • 90 % der Erwachsenen in der Bevölkerung haben eine behandlungsbedürftige Zahnfleischerkrankung

Wann braucht man als Patient eine Funktionsanalyse?

Funktionsanalyse ist die umfassende Strukturanalyse des Kauorgans. Stomatognathes System: Kiefergelenke, Muskulatur, Zähne

Das Zusammenspiel zwischen Kiefergelenken, Zähnen und Muskulatur wird hierbei untersucht und dargestellt. Im Mund des Patienten sind verschiedene Probleme nicht erkennbar. Diese Untersuchungen bestehen aus einer klinischen und einer instrumentellen Funktionsanalyse sowie einer seitlichen Röntgenaufnahme des Schädels. In dieser Analyse soll entsprechend dem individuellen Wachstumstyp das Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer unter Berücksichtigung der Kiefergelenksbewegungen abgeklärt werden. In der zahnärztlichen Praxis bedeuten nahezu alle zahnärztlichen Tätigkeiten Eingriffe in die Okklusion. Ein optimales, individuelles Therapiekonzept erfordert gesicherte Behandlungsdaten.

Anwendungsbereiche:

  • Bei einem CMD-Screening klinische Anzeichen einer craniomandibulären Dysfunktion

  • Patienten mit Schmerzen in der Gesichts- und Nackenmuskulatur

  • Patienten mit wiederkehrenden Kopfschmerzen oder Migräne-Attacken

  • Patienten mit Bruxismus (Zähneknirschen)

  • Patienten, bei denen umfassende restauratorische Maßnahmen anstehen

  • Patienten mit offenem Biss Patienten, die ihren Biss subjektiv als nicht angenehm empfinden

  • Patienten, die beim Zusammenbiss nur eine begrenzte Anzahl an Zahnkontakten haben

  • Patienten mit fehlender Frontzahnführung

  • Patienten, deren Ober- und Unterkiefer-Vorderzähne sich beim Zusammenbiss berühren

Die Therapie ist eine dauerhafte Korrektur der Bisslage

Unsere Funktionsdiagnostik überprüft das Zusammenwirken von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenk. Mit Hilfe der Funktionsanalyse gehen wir den Ursachen für Kiefergelenkbeschwerden, Muskel- oder Gesichtsschmerzen oder Verspannungen auf den Grund. Aus der individuellen funktionellen Analyse des Kauorgans ergeben sich die weiteren Behandlungsschritte, die von einer Aufbissschiene bis zum individuellen Zahnersatz reichen.

Lächelnde Frau

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