• Dr. Willi Janzen

Wenn der Biss nicht stimmt.

Viele Patienten nahezu jeder Altersstufe leiden unter chronischen Schmerzen wie Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Rückenleiden. Die Behandlung erfolgt meistens symptomatisch: Krankengymnastik, Ein-renken, Schmerzmittel. Leider allzu oft mit nur kurzfristiger Erleichterung, die Probleme sind meist schon am nächsten Tag wieder wie vorher. Ein Folge wenn der Biss nicht stimmt.

Nicht selten ist die eigentliche Ursache ein „falscher Biss“


Die Ursachen bleiben oft lange Zeit unentdeckt, da auch der Patient die ersten Anzeichen wie Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule oder wiederkehrende Spannungskopfschmerzen zunächst nicht immer zuordnen kann. So entstehen nicht selten über Jahre andauernde leidensvolle „Patientenkarrieren“ mit Untersuchungen bei sehr vielen Fachärzten, Therapeuten, Heilpraktikern: Orthopädie, HNO, Neurologie mit Computertomographie. Alle stellen wohl solide Diagnosen, bemühen sich redlich die Symptome zu bekämpfen, meistens allerdings mit nur kurz anhaltender Besserung.

Oft ist es auch so, dass der Patient diese Beschwerden nicht dem zahnärztlichen Bereich zuordnet, was bei Kopfschmerzen, Migräne, Nackenverspannungen, Rückenleiden, Beckenschiefstand, Tinnitus, Ohrgeräuschen u. a. zunächst einmal verständlich erscheint. Bei der Untersuchung durch andere Fachärzte empfehlen diese nur sehr selten eine ergänzende Untersuchung der Kiefergelenke und der dazugehörigen Strukturen durch einen speziell ausgebildeten Zahnarzt.

Diese Leidensgeschichte hat sehr oft zur Folge, dass der Patient auch psychisch enorm unter diesen Beschwerden leidet. Verschiedenste medizinische Fachrichtungen müssen gezielt informiert werden und zusammenarbeiten, da im Rahmen der Universitätsausbildung dieses nicht vermittelt wird.


Hier ist die zahnärztliche Funktionsanalyse die Untersuchungsmethode der Wahl.


In der Ausbildung bis zum Examen spielt die individuelle Betrachtung der Bisssituation eine untergeordnete Rolle. In der Ausbildung der Zahntechniker werden funktionelle Aspekte wenig berücksichtigt.


Patienten wissen unbewusst um ihre missliche funktionelle Situation und berichten:

Seit 4 Monaten habe ich Tinnitus und Ohrgeräusche. Erst der dritte HNO-Arzt erklärte mir, es könnte etwas mit den Kiefergelenken zu tun haben und schickte mich zum Kieferorthopäden. Dieser sagte mir, er wäre gar nicht zuständig

Das hochsensible Kauorgan


Das menschliche Kauorgan ist ein hochsensibles System: Zähne haben ein sehr präzises Tastempfinden von wenigen tausendstel Millimetern. Dieses System unterliegt ein Leben lang zahlreichen unterschiedlichsten Einflüssen. In der zahnärztlichen Praxis z. B. bedeuten nahezu alle zahnärztlichen Tätigkeiten Eingriffe in die Bisssituation.


Veränderte Aufgaben des sog. „Kauorgans“


Die wichtigsten Aufgaben des Kauorgans sind Sprechen, Kopfhaltung, Ästhetik, Stressverarbeitung. Kauen zur Nahrungszerkleinerung ist nicht unwichtig, überlastet alleine die umliegenden Strukturen in der Regel allerdings nicht.

Ein großer Anteil von Sprechstörungen verschwindet mit dem Richten der Zähne. Sprachübungen beim Logopäden ohne die Beseitigung von gravierenden Zahnfehlstellungen sind oft ohne Erfolg.

Jeder zweite Patient mit Nackenverspannungen muss die Ursache in einem falschen Biss suchen. Eine Bissuntersuchung ohne Untersuchung der Nackenmuskulatur ist unvollständig.


Systematische Diagnostik und Therapie


Das Deutsche Institut für Funktionsdiagnostik und –therapie unter der Leitung von Dr. Willi Janzen MSc und ZTM Helmut Strothmann MSc ist ein Forum für die theoretische und praktische Aus- und Weiterbildung von Zahnärzten und Zahntechnikern in Funktionsdiagnostik und –therapie. Als Serviceinstitut vermittelt es zwischen Wissenschaft und Praxis und liefert Grundlagen und Innovationen für eine praktische und praxisgerechte Anwendung dieser wesentlichen zahnärztlichen Fachdisziplin. Zahnärztliche Funktionsdiagnostik und –therapie werden an keiner Universität trotz bekannt hohem und zunehmendem Behandlungsbedarf als selbstständiges Fach gelehrt.

In der zahntechnischen Ausbildung hat Funktion eine untergeordnete Bedeutung.

Ausbildung, praktische Anwendungen, Informationen zum Anwendungsnutzen für Zahnärzte, Zahntechniker und Patienten sind die Eckpfeiler der Institutsarbeit.

Die vordringlichste Zielorientierung der Ausbildung im Deutschen Institut für Funktionsdiagnostik und –therapie ist Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen für Patienten mit funktionsgestörtem Kauorgan.


Nutzen für den Zahnarzt, Zahntechniker und Patienten


Zahnarzt und Zahntechniker erhalten eine Ausbildung mit Richtliniencharakter.

Im Vergleich zum konventionellen Vorgehen wird eine höhere Qualität erreicht, die zunehmend in der Praxis gefordert wird.

Für den Patienten wird erkennbar, dass der Zahnarzt und Zahntechniker eine hohe Kompetenz bei der Diagnose und Therapie von Funktionsstörungen haben.

Das kontrollierte Vorgehen gibt dem Patienten die hohe Sicherheit, dass die okklusalen Beziehungen des Zahnersatzes hohes Niveau erreichen und damit ein hoher Tragekomfort resultiert.


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